Letzte Woche Donnerstag war ein ungewöhnlicher Tag für mich. Ich wurde an eine andere Schule, nicht die, an der ich normalerweise als Inklusionskraft arbeite, vertreten. Als ich das Klassenzimmer betrat, fiel mein Blick sofort auf einen Satz, der mit großen, bunten Buchstaben an die Wand geschrieben war: „Ich strenge mich an, ich gebe mein Bestes.“ Ein Motto, das offensichtlich als Leitfaden für und vielleicht auch mit den Schülerinnen und Schülern festgelegt worden war.
Doch anstatt mich von diesem Motto inspiriert zu fühlen, spürte ich einen Widerstand. Es sollte der Schlüssel zum Erfolg beim Lernen sein… Aber ist es das wirklich? Ich wollte zu verstehen, wie es sich anfühlt, wenn man nicht weiterkommt, und das, was man zu hören bekommt, ist: „Streng dich an! Streng dich an! So habe ich mich in die Perspektive der 11-jährigen Anna Lena versetzt…
„Heute möchte ich euch von etwas erzählen, das mir schon seit einiger Zeit durch den Kopf geht. Wisst ihr, in unserem Klassenzimmer haben wir einen Satz an der Wand stehen, direkt neben der Tafel. Er lautet: „Ich strenge mich an, ich gebe mein Bestes.“ Klingt vielleicht wie eine nette Ermutigung, oder? Nun ja, das ist es auch, aber für mich bedeutet es oft noch viel mehr.
Lasst mich euch in meine Gedankenwelt entführen, wenn ich diesen Satz jeden Morgen beim Betreten des Klassenzimmers sehe.
Montagmorgen:
Ich schlendere in das Klassenzimmer, meine Schultasche schwer auf meinen Schultern lastend. Mein Blick fällt auf den vertrauten Satz an der Wand. „Ich strenge mich an, ich gebe mein Bestes.“ Ein Seufzen entweicht mir. Denn, obwohl ich weiß, dass es wichtig ist, sein Bestes zu geben, fühle ich den Druck auf meinen Schultern lasten.
Dienstag:
Die Matheprüfung steht bevor, und ich starre auf den Satz, während mein Herz schneller zu schlagen beginnt. Ich habe das Gefühl, dass mein Bestes vielleicht nicht gut genug sein wird. Was, wenn ich versage? Was, wenn ich den Erwartungen nicht gerecht werde? Der Satz an der Wand scheint sich plötzlich in eine Anklage zu verwandeln, die mich verurteilt, bevor ich überhaupt angefangen habe.
Mittwoch:
Heute ist ein besserer Tag. Ich sitze im Unterricht und höre meinem Lehrer zu, während er über die Bedeutung von Anstrengung und Engagement spricht. Ein Funke Hoffnung glimmt in mir auf. Vielleicht ist es wirklich in Ordnung, Fehler zu machen, solange man sein Bestes gibt. Vielleicht muss ich nicht perfekt sein.
Donnerstag:
Ich stehe vor einer Herausforderung in der Gruppenarbeit. Mein Team schaut auf mich, erwartungsvoll. Der Satz an der Wand hallt in meinem Kopf wider. Ich atme tief durch und beschließe, dass ich es zumindest versuchen werde. Vielleicht ist es das, worauf es wirklich ankommt.
Freitag:
Der letzte Schultag der Woche. Ich betrachte den Satz an der Wand mit einem neuen Gefühl. Vielleicht ist es nicht nur ein Druck, sondern auch eine Ermutigung. Vielleicht ist es eine Erinnerung daran, dass ich nicht allein bin, dass ich es schaffen kann, solange ich mein Bestes gebe.
Und so verabschiede ich mich von diesem Gedanken und gehe ins Wochenende…Dann ist es wieder Montag und fängt alles von vorne an…“
Wie findet ihr das? Wie motiviert ihr eure Kinder beim Lernen? Teilt mir eure Gedanken in den Kommentaren mit.
Wenn ihr euch wünscht, dass eure Kinder mit Freude an Schulherausforderungen herangehen,erfahrt mehr über das body’n brain Gruppenraining.“
Fragen? Lasst uns darüber reden.
Und ich wünsche euren Kindern viel Spaß beim Lernen!
Eure Irena



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